Was am meis­ten zählt

Aus Stadt­ma­ga­zin Haus­post Sep­tem­ber 2022

Das Wol­len war das Wich­tigs­te für mei­ne Heilung

Schwe­rin • Inzwi­schen kann Bian­ca Drey­er wie­der lachen. Die Fröh­lich­keit war der 62-Jäh­ri­gen für lan­ge Zeit abhan­den­ge­kom­men. Zu sehr plag­ten Schmer­zen und kör­per­li­che Ein­schrän­kun­gen die ehe­ma­li­ge Ver­käu­fe­rin. Ihre Odys­see begann 2009 mit einem ers­ten Band­schei­ben­vor­fall und einem nicht erkann­ten Fer­sen­bein­bruch – die Fol­ge: Lan­ge muss­te sich die sonst so agi­le Frau mit Geh­hil­fe oder im Roll­stuhl durch den Tag bewe­gen. Dank eige­ner Initia­ti­ve und der Unter­stüt­zung des Reha­zen­trums ist sie heu­te fast ohne Ein­schrän­kun­gen unterwegs.

Mehr­mals in der Woche trai­niert Bian­ca Drey­er, um beweg­lich zu bleiben

Tablet­ten stel­len dich und die Schmer­zen ruhig, brin­gen dich aber nicht nach vorn“, erzählt Bian­ca Drey­er über die lan­ge schmerz­vol­le Zeit mit vie­len Medi­ka­men­ten. Nach dem ers­ten Band­schei­ben­vor­fall besuch­te sie die ambu­lan­te Behand­lung des Reha­zen­trums und lern­te hier von den erfah­re­nen The­ra­peu­ten, dass geziel­te Bewe­gung und Belas­tung ihr gut tun und die Schmer­zen lin­dern. „Du musst was machen, sonst kom­men die Schmer­zen wie­der“, sag­te sich Bian­ca Drey­er und trai­nier­te auch zuhau­se inten­siv und ehr­gei­zig wei­ter. Sie besorg­te sich die ent­spre­chen­den Bän­der, Pez­zi­ball und Mat­te, um die von den The­ra­peu­ten des Reha­zen­trums emp­foh­le­nen Übun­gen in den eige­nen vier Wän­den aus­füh­ren zu kön­nen. Auch beruf­lich ging es nach der ers­ten Reha wie­der auf­wärts. End­lich konn­te sie ihre Tätig­keit als Ver­käu­fe­rin in einem Beklei­dungs­ge­schäft wie­der auf­neh­men. Dann erlitt sie durch ihre Osteo­po­ro­se zwei Wir­bel­brü­che, die sie zwan­gen, ihre Arbeit auf­zu­ge­ben und vor­zei­tig in den Ruhe­stand zu gehen. Wie­der nutz­te sie die Erfah­rung der Fach­leu­te im Reha­zen­trum, die ihr nicht nur Mut mach­ten, son­dern auch die für sie geeig­nets­ten Metho­den zur Ver­bes­se­rung ihrer kör­per­li­chen Situa­ti­on emp­fah­len. „Die The­ra­peu­ten hier sind immer auf dem neu­es­ten Stand, sind gut geschult und haben ganz viel Erfah­rung“, lobt sie die Kom­pe­tenz der Beschäf­tig­ten im Reha­zen­trum. „Das Wol­len war für mich das Ent­schei­den­de“, sagt sie. 

„Ich woll­te auf­ste­hen, wie­der gehen und auch lau­fen kön­nen. Das habe ich geschafft.“

Bian­ca Dreyer

Dafür kommt sie heu­te zwei­mal in der Woche zur Physio­therapie und zwei­mal zur medi­zi­ni­schen Trai­nings­the­ra­pie am Gerät ins
Reha­zen­trum. Zehn- bis vier­zehn­tau­send Schrit­te läuft Bian­ca Drey­er heu­te täg­lich, ange­trie­ben neu­er­dings auch von ihrem
Bor­der-Col­lie-Labra­dor-Misch­ling, der seit 2021 Mit­glied ihrer Fami­lie ist.

Text und Fotos: “Haus­post” Stef­fen Holz, Max­press